Es kann jeden treffen: Eine Erkrankung oder ein Unfall, oft nicht mal selbst verschuldet. Oder man bemerkt eines Tages, dass das Treppen steigen zunehmend schwerer fällt. Ein Treppenlift ist oft dann das Mittel der Wahl, um sich die Eigenständigkeit und selbständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu erhalten. Die zu veranschlagenden Kosten sind allerdings ernüchternd. Ein Treppenlift, auch wenn nur eine Etagentreppe zu überwinden ist, kostet tausende Euro und ist eine kostspielige Investition. Die Krankenkasse und andere Träger bieten Unterstützung, doch wann habe ich Anspruch auf einen Treppenlift?

Förderungsmöglichkeiten für Treppenlifte

Grundsätzlich können Sie sich jederzeit einen Treppenlift einbauen lassen – auf eigene Kosten. Menschen, die aber auf einen Treppenlift angewiesen sind, um ihr Leben weitgehend selbständig führen zu können, haben in Deutschland einen Anspruch auf finanzielle Förderung. Es gibt mehrere Förderungsmöglichkeiten. Um in den Genuss dieser Finanzmittel zu kommen, müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Wichtig ist bei allen Anträgen, stellen Sie den Antrag stets vor Beauftragung und Einbau des Liftes, andernfalls riskieren Sie die Ablehnung Ihrer Ansprüche.

Variante 1: Anerkannter Pflegefall

Ihre Krankenkasse, genau genommen, die Pflegekasse, der Ihre Krankenkasse angeschlossen ist, übernimmt einen Kostenanteil von bis zu 4.000 Euro pro Person, wenn die pflegebedürftige Person mindestens in Pflegestufe bzw. Pflegegrad 1 eingestuft ist. Sie müssen allerdings einen Eigenanteil von mindestens 10% selbst tragen, es sei denn, Sie verfügen über kein eigenes Einkommen, zum Beispiel Rentenbezüge. Außerdem müssen Sie mindestens zwei Jahre innerhalb der letzten zehn Jahre bei der Pflegekasse versichert gewesen sein. Wohnen mehrere Personen mit Pflegegrad in einem Haushalt zusammen, gibt es bis zu 16.000 Euro Zuschuss.

Variante 2: Fremdverschulden / Arbeitsunfall

Sind Sie in Ihrer Mobilität eingeschränkt durch einen Arbeitsunfall oder Fremdverschulden, haben Sie Anspruch auf Kostenübernahme durch die Berufsgenossenschaft, der Ihr Arbeitgeber angehört, oder die Haftpflichtversicherung der Gegenseite. Je nach Fall können die Kosten anteilig oder vollständig übernommen werden. Gerade bei Fremdverschulden müssen sie sich die Kostenübernahmen allerdings häufig erst vor Gericht erstreiten.

Variante 3: Sozialamt

Variante 1 oder 2 kommen für Sie nicht zum Tragen, Sie sind aber aus gesundheitlichen Gründen auf einen Treppenlift angewiesen? Dann kann Ihnen, wenn besondere Hilfsbedürftigkeit vorliegt, eventuell eine Unterstützung im Rahmen der Sozialhilfe, sprich durch das Sozialamt, geleistet werden.

Noch ein Tipp: Die Kosten für einen Treppenlift lassen sich deutlich reduzieren, wenn Sie sich einen gebrauchten Lift zulegen. Der Gebrauchtmarkt boomt in diesem Sektor, prüfen Sie daher vor Vertragsabschluss die Seriosität des Anbieters.